Travel Videos 365 - BETA version 1.02


Venedig, ein Spaziergang durch die Gassen



Length: 5:10
Description: Der Reisende faehrt mit dem Boot durch die Lagune oder dem Bus ueber den Damm zur Lagunenstadt. Da die Busfahrer gerade streikten, nahmen wir das Boot, das Vaporetto, mit dem wir am "Fondamenta Nóve" Venedig erreichten. Der Weg zu unserem Hotel, dem Canaletto, fuehrte durch enge Gassen und ueber zahlreiche Bruecken. Das Hotel liegt im Stadtteil Castello zentral zwischen der Rialto-Bruecke und dem Markus-Platz in der Naehe "SALIZZADA Di SAN LIO", einer Gasse, die auch fuer einen Ortsunkundigen leicht zu finden ist. Von hier aus erkundeten wir Venedig, manchmal mit dem Vaporetto, meistens jedoch zu Fuß. So erreichten wir das Ghetto Nuove im Stadtteil Cannaregio. Auf dieser kleinen fuenfeckigen Insel hatten bis zum 14.Jahrhundert venezianische Gießereien ihren Sitz. Wegen des Feuers, mit dem gearbeitet wurde, bot sich das von Wasser umgebene Gebiet als idealer Standort an. Man nannte den Handwerksbezirk getto , abgeleitet von dem Wort gettare (gießen). Als im fruehen 16. Jahrhundert diese Insel den Juden als dauerhafter Aufenthaltsort zugewiesen wurde, hielt sich der Name, jedoch leicht veraendert als ghetto ausgesprochen. Anfangs war es den Juden nicht gestattet, die Insel nach Sonnenuntergang bis Morgendaemmerung zu verlassen. Maechtige Tore versperrten die Zugangsbruecken. Der Name fuer dieses geschlossene juedische Viertel wurde spaeter fuer alle juedischen Ghettos auf der Welt uebernommen. Tagsueber konnten sich die Mitglieder der Gemeinde frei bewegen, mussten jedoch ein Erkennungszeichen tragen. Da zeitweise mehrere tausend Menschen auf dieser kleinen Insel lebten, baute man Haeuser mit bis zu sieben Stockwerken, was im uebrigen Venedig wegen der schlechten Bodenverhaeltnisse nicht ueblich war. Auf Grund der engen Platzverhaeltnisse gab es fuer den Bau von Synagogen keine eigenen Grundstuecke und so wurden diese in die Haeuser integriert. Bei unserem Besuch zaehlten wir vier Synagogen. Man erkennt die Gotteshaeuser an den fuenf gleich großen nebeneinander liegenden Fenstern im obersten Geschoß eines Hauses. Unser Weg zur Accademia-Bruecke fuehrt uns an einem maechtigen Gebaeudekomplex vorbei, in dem sich heute die Hauptpost befindet. Damals diente das Gebaeude, direkt am Canal Grande gelegen, der deutschen Handelsniederlassung in Venedig, der Fondaco dei Tedeschi, als Umschlagplatz fuer den Handel zwischen Venedig und den Staaten nuerdlich der Alpen. Mit eigener Zisterne versehen, waren die Bewohner autark und nicht auf die Zisternen der Venezianer angewiesen. Spaeter ueberdachte man den riesigen Innenhof. Wir naehern uns dem Campo Manin, machen jedoch vorher einen Abstecher zum Palazzo Contarini del Bovolo. Der gotische Palazzo aus dem 15.Jahrhundert liegt verborgen in einer Seitengasse. Haetten wir an einem Gebaeude nicht zufaellig einen kleinen Hinweis erspaeht, waeren wir an dieser Gasse vorbeigegangen. So stehen wir jetzt vor dem architektonischen Schmuckstueck mit einer Wendeltreppe, die sich an fuenf Loggiengeschossen empor schraubt. Es gleicht einem lang gezogenen Schneckenhaus, daher der Beiname Bovolo (Schnecke). Auf dem Campo Manin sieht die Statue des Freiheitskaempfers Daniele Manin und auf dem Campo Santo Stefano die von Nicolò Tomasseo auf uns herab. Beide fuehrten 1848 eine Bewegung an, die Venedig fuer eineinhalb Jahre vom uesterreichischen Joch befreiten. Links, Richtung Piazza San Marco, faellt unser Blick auf einen Kirchturm, der sich offensichtlich nach einer Seite neigt. Es kuennte der Turm der kleinen Kirche San Marzio sein, die eine Kopie der Kirche San Geminiano auf der Piazza San Marco ist, die Napoleon abreißen ließ, um Platz fuer die Ala Napoleonica zu schaffen, den westlichen Abschluss des Markusplatzes. Am suedlichen Ende des Campo Santo Stefano treffen wir auf den wohl schuensten gotischen Palazzo Venedigs, den Ca' d'Oro. Dieses filigrane Gebaeude wurde 1421 von Marino Contrari beim Baumeister Matteo Raverti, der zu diesem Zeitpunkt mit dem Bau des Mailaender Doms beschaeftigt war, in Auftrag gegeben. Nach einer wechselvollen Geschichte erwarb Baron Giorgio Franchetti das Gebaeude, das heute ein Museum fuer ueberwiegend venezianische Kunst von der Gotik bis zum Barock ist. Es liegt nahe der huelzernen Accademia-Bruecke am Canal Grande.
Author: Ele0815
Source: YouTube